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19
Apr

Terre Motor | KATJA PFEIFFER in Ettlingen

Katja Pfeiffer’s works explore the question of how man is building his world – mentally and materially. The central motif of the 1973-born artist is the architecture that appears once as a fragile, unstable construct, sometimes developed as wild rampant organic form with a life of its own. The focus of the exhibition TERRE MOTOR – world under construction are Pfeiffer’s recent works in which the artist deals with provisional barriers of modern building ruins. The impetus for this gave the Italian town of L’Aquila, which was devastatingly struck by an earthquake 2009. 

(c) Katja Pfeiffer

(c) Katja Pfeiffer

 

Katja Pfeiffer

TERRE MOTOR – Welt im Bau

Preisträgerausstellung zum Wolfgang Hartmann Preis 2015

2.4 – 8.5 2016

Kunstverein Wilhelmshöhe, Ettlingen

www.kunstverein-wilhelmshoehe.de

 

 

 

PR Info _ Katja Pfeiffers Arbeiten gehen der Frage nach, wie der Mensch sich seine Welt baut – gedanklich und materiell. Zentrales Motiv der 1973 geborenen Künstlerin ist die Architektur, die mal als fragiles, labiles Konstrukt erscheint, mal als wild wucherndes Baugewächs ein Eigenleben entwickelt.

Im Fokus der Ausstellung TERRE MOTOR – Welt im Bau stehen Katja Pfeiffers jüngste Arbeiten, in denen sich die Künstlerin mit provisorischen Befestigungen moderner Bauruinen auseinandersetzt. Den Anstoß hierfür gaben Erkundungsgänge in der italienischen Stadt L’Aquila, die 2009 ein verheerendes Erdbeben heimsuchte. Nur notdürftig wurde die stark beschädigte Architektur des mittelalterlichen Stadtkerns mit Stahlgerüsten, Lattenkonstruktionen und Tragegurten gesichert. Die teils bizarr anmutenden Behelfskonstruktionen inspirierten Pfeiffer zu Reliefs, Plastiken und Installationen, die ein labiles Gleichgewicht zwischen Bestand und Zusammenbruch evozieren. Schon im Ausstellungstitel klingt dabei an, dass in der Zerstörung (terre moto – ital. Erdbeben) auch der Antrieb (Motor) zu kreativer Neuschöpfung liegen kann.

Eigens für die Räume des Kunstvereins entsteht zudem die monumentale Wandarbeit SolarEnVenta: Ausgehend von den skelettartigen Strukturen unvollendeter Ferienhäuser im Mittelmeergebiet, die angesichts der Wirtschaftskrise mitten in der Bauphase aufgegeben wurden, entwickelt Katja Pfeiffer eine komplexe Gerüststruktur, die wie eine vielschichtige Überlagerung architektonischer Querschnitte anmutet. Innen- und Außenraum durchdringen sich, fallen in eins und regen an, die schützende wie repräsentative Funktion von Architektur zu hinterfragen.

Die Realisierung der Ausstellung ist Teil des Wolfgang Hartmann Preises, mit dem seit 2003 im Zweijahresrhythmus herausragende Ausstellungskonzepte junger Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker zur Gegenwartskunst prämiert werden. Der Preis, der an den 1999 verstorbenen Karlsruher Kunsthistoriker Prof. Dr. Wolfgang Hartmann erinnert, wird nun zum siebten und letzen Mal vergeben. Die Preisträgerin Barbara Martin (geb. 1983) studierte Kunstgeschichte, Angewandte Kulturwissenschaft, Kuratorisches Wissen und Kunstpublizistik in Karlsruhe und Bochum. Sie ist derzeit als wissenschaftliche Volontärin der Ladengalerie des Landesmuseums Hannover tätig.

Info + illus. courtesy Kunstverein Wilhelmshöhe